Mehr als lernen

Wozu braucht Oberfranken eine Evangelische Privatschule?

Wieso schließen sich christliche Eltern zu einem Förderverein zusammen, um eine christliche Schule ins Leben zu rufen? Und wieso hat dieser Verein in kurzer Zeit über 200 Mitglieder? Wozu braucht es heute eine evangelische Bekenntnisschule?

Alle Eltern schulpflichtiger Kinder wissen, dass es sensible Zeiten sind, wenn die "Kleinen" in die Schule kommen, bzw. wenn zwischen verschiedenen Schulformen zu wählen ist.

In kleineren Städten gibt es in der Regel kaum Auswahlmöglichkeiten. Großstädte bieten hier oft wesentlich mehr: musisch, sportlich, mehrsprachig, katholisch, evangelisch etc. Die Eltern können wählen, welcher Schwerpunkt in der Erziehung ihres Kindes gelegt werden soll und wie seine Begabungen besonders gefördert werden können.

 

 

 



Welche Intentionen verfolgen evangelische Bekenntnisschulen?

Lesen Sie hierzu einige Auszüge aus dem "Bildungskonzept der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern" vom November 2003:

•Schule und Internate in kirchlich-diakonischer Trägerschaft waren von jeher Ausdruck des Willens seitens der evangelischen Kirche, eigene Vorstellungen schulischen Lernens zu entwickeln und dort, wo Staat und Gesellschaft noch zögerten, Antworten auf neue drängende soziale Bedürfnisse zu geben... Die rund 130 evangelischen Schulen und Internate in Bayern sind Lern- und Lebensort für etwa 19.000 Kinder und Jugendliche und rund 1.800 Lehrkräfte. Schülerinnen und Schüler erleben eine ganzheitliche Förderung ihrer Entwicklung aus dem Blickwinkel eines christlichen Menschenbildes, ganzheitlich orientierte Lernfelder sowie ein vom christlichen Menschen- und Gottesbild geprägtes Schulklima. Als neue Herausforderung erarbeiten und erproben evangelische Schulen derzeit fächer- und konfessionsübergreifende Konzepte einer religiösen Bildungsarbeit.

•Seit Beginn des Christentums spielt das Thema Bildung eine unübersehbare, wichtige Rolle... Der Bildungsauftrag des Protestantismus berührt weit über die religiöse Erziehung und den Religionsunterricht hinaus das gesamte Bildungswesen sowie alle Bildungsprozesse in der Gesellschaft...

•So hat die "christliche Bekenntnisschule" seit Jahrhunderten, aber heute wieder brandaktuell, ihren besonderen und bewährten Platz in unserer deutschen Kultur und nicht wenige "kluge Köpfe", auf die wir heute stolz sind, haben ihre Karriere in einer "Bekenntnisschule" begonnen.

Dr. theol. h. c. Hermann von Loewenich, ehem. Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, äußert sich zum Thema Bekenntnisschulen:

Evangelische Schulen sind wieder gefragt. Wieder? Eigentlich waren sie das immer. Wer seine Kinder in einer solchen Schule hatte, konnte sehr schnell spüren, dass Lernen im evangelischen Geist zu Freiheit und Verantwortung erzieht und gleichzeitig Geborgenheit bei Gott und den Menschen vermittelt...

Weil sich die Gesellschaft an der Schwelle in ein neues Jahrtausend immer mehr differenziert, wäre es kurzsichtig, das Bildungswesen mehr und mehr zu vereinheitlichen und allein auf die staatliche Schule für alle zu setzen. Evangelische Schulen bieten eine attraktive Alternative. Sie tragen dazu bei, dass Pluralität auch im Schulangebot erfahrbar wird...

Fossil oder Fundament?

Christliche Bekenntnisschulen wie die unsere haben sich über Jahrhunderte als fester Bestandteil unserer abendländischen Kultur bewährt. Sie sind kein „altmodisches“ Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, wie vielleicht manche denken, sondern im Gegenteil Orientierung bietende Meilensteine für Heranwachsende in unserer multimedial überfluteten Welt.

Wenn alles erlaubt ist, alles möglich, alles käuflich  - worauf gründet der junge Mensch dann sein Lebensfundament? Welche Größen von heute sind nicht morgen schon Makulatur? Was hat dauerhaft Bestand, worauf kann man dauerhaft zählen?

Jesus Christus gibt in den Evangelien feste Größen vor, die überzeitliche Bedeutung haben: Gottesfurcht und Nächstenliebe. Diese Größen vermögen Kindern und Jugendlichen dauerhafte Orientierung und eine feste Basis im Leben zu geben. Beides hilft ihnen, sich in unserer heutigen Gesellschaft, die sich scheinbar immer schneller verändert, zurechtzufinden.

Erhaben über alle Zeitströmungen bleibt dies Grundlage und Halt im Leben und Sterben unzähliger Christen auf der Welt: Jesus Christus wurde Mensch und starb, um Menschen zu zeigen, wie kostbar sie Ihm sind, jeder als einzigartiges und von Gott geliebtes Geschöpf. Dass Gott Seine Liebe so offenbart, das gibt es nur in unserer christlichen Religion; dass Er uns Menschen vergeben, uns heilen, befreien und uns nach Hause lieben will. Dies möchten wir auch unseren Kindern vermitteln.

Dieses Erleben, der feste Glaube an Jesus Christus macht niemals weltfremd. Im Gegenteil. Wie Pestalozzi sagt: "Mit Herz, Kopf und Hand" wird der Christ sein Leben meistern.